Sophienblatt autofrei?

Die Andreas-Gayk-Str. und das Sophienblatt werden ab Fabrikstraße bis zur Ringstraße (Fahrtrichtung Hassee) autofrei und bekommen viel Platz für den Rad- und Fußverkehr und den Bus. Ein weiterer wichtiger Beitrag für die Verkehrswende. Los geht es nach den Sommerferien. Die Maßnahme wird zunächst ein Jahr erprobt.

Bereits seit längerem ist das Sophienblatt zwischen Ziegelteich und Ringstraße für  den Pkw-Verkehr gesperrt, nur Busse können die Strecke nutzen. Nun soll der zwei- bzw. dreistreifige Straßenabschnitt für den motorisierten Individualverkehr gesperrt bleiben und der Radverkehr einen eigenen, breiten (zwischen 2,8 und 2 m) Streifen erhalten.

Was genau passiert?

Quelle: Stadt Kiel
Sophienblatt, Ecke Ziegelteich. Der jetzige Busstreifen wird zum Fahrradstreifen, der alte Radweg wird dem Fußweg zugeschlagen.

Der alte Bus-Streifen wird in einen Fahrradstreifen umgewandelt. So kann der Radverkehr ab Ziegelteich auf einem 2,75m breiten Streifen bis zur Herzog-Friedrich-Straße fahren. Auf Höhe der Herzog-Friedrich-Straße wird eine Linksabbiegerspur geschaffen, um den Radverkehr das Abbiegen in Richtung Auguste-Viktoria-Straße zu ermöglichen. Doch nicht nur der Radverkehr profitiert: Auch der Fußverkehr hat dann auf Höhe von Karstadt mehr Platz, da der alte Radweg dem Fußweg zugeschlagen wird.

Quelle: Stadt Kiel

Hinter der Herzog-Friedrich-Straße wird der Radverkehr dann auf den „alten“ Radweg vor das Sophienblatt geführt bzw. erhält einen Linksabbiegerstreifen in die Raiffeisenstraße, die sich der Radverkehr allerdings mit den Taxen teilen muss.

Im Laufe der Planung wurde das Projekt erweitert. So war ursprünglich nur beschlossen, den Abschnitt zwischen Ziegelteich und Raiffeisenstraße in den Blick zu nehmen. Allerdings hat bereits jetzt der Pkw-Verkehr in der Andreas-Gayk-Straße aufgrund des Holsten-Fleets abgenommen. Bereits jetzt ist beschlossen, dass die Andreas-Gayk-Straße fast vollständig autofrei werden soll. Daher schlug die Verwaltung vor, nicht erst ab Ziegelteich den Pkw-Verkehr herauszunehmen, sondern bereits ab Hafenstraße zu beginnen.

Quelle: Stadt Kiel
Andreas-Gayk-Str. jetzige Verkehrsführung: der Rechtsabbieger wird zum Fahrradstreifen.

So kommt jetzt bereits in der Andreas-Gayk-Straße einen 2,7m breiten Fahrradstreifen. Dadurch dass der Pkw-Verkehr nicht mehr rechts abbiegen kann, wird der Radverkehr auch sicherer fahren. In dem gesamten Bereich entsteht also eine echte Öko-Trasse: Viel Platz für Bus-, Rad- und Fußverkehr.

Was ist mit dem Pkw-Verkehr?

Eine Befüchtung vieler war, dass es durch die Maßnahme zu Staus von Pkw kommen oder dass die Nebenstraßen stärker belastet würden. Bereits im Dezember 2019 hat die Verwaltung auf den Antrag des Ortsbeirates Mitte hierfür die Zahlen veröffentlicht. 2018 (also vor der Baustelle) nutzten werktags 2.200 Kfz (ohne Busse) die Straße, 2011 waren es noch 3.330 Kfz. Zum Vergleich: auf dem Theodor-Heuss-Ring sind täglich rund 50.000 Kfz in jede Richtung unterwegs. Die umliegenden Straßen nehmen die Mehrbelastung bereits seit der Sperrung ohne Konflikte auf. Zu bedenken ist auch, dass durch die voranschreitende Verkehrswende der Anteil des Pkw-Verkehrs sowieso zurückgeht. Der Bahnhof bleibt übrigens weiterhin gut angebunden. Der Pkw-Verkehr kann über den Ziegelteich in die Auguste-Viktoria-Straße fahren und dort direkt im ZOB-Parkhaus halten oder parken.

Wie geht es weiter?

Der Idee stammt aus dem Ortsbeirat Mitte, der das Projekt entschieden vorangetrieben hat. In der Kooperation hat die FDP leider darauf gedrängt, dass die Maßnahme zunächst auf ein Jahr als Verkehrsversuch umgesetzt werden soll. Im Anschluss soll die Maßnahme dann evaluiert werden, insbesondere mit Blick auf Stau und Ausweichverkehre – obwohl die Zahlen bereits seit langem bekannt sind und auch durch die baustellenbedingte Sperrung keine Probleme entstanden. Ich bin gespannt auf die Auswertung in einem Jahr, bin mir aber bereits jetzt sicher, dass es eine Maßnahme für einen sicheren und angenehmeren Radverkehr ist – und ich freue mich auf weitere konstruktive Vorschläge aus den Ortsbeiräten.

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