Sophienblatt autofrei?

Die Andreas-Gayk-Str. und das Sophienblatt werden ab Fabrikstraße bis zur Ringstraße (Fahrtrichtung Hassee) autofrei und bekommen viel Platz für den Rad- und Fußverkehr und den Bus. Ein weiterer wichtiger Beitrag für die Verkehrswende. Los geht es nach den Sommerferien. Die Maßnahme wird zunächst ein Jahr erprobt.

Bereits seit längerem ist das Sophienblatt zwischen Ziegelteich und Ringstraße für  den Pkw-Verkehr gesperrt, nur Busse können die Strecke nutzen. Nun soll der zwei- bzw. dreistreifige Straßenabschnitt für den motorisierten Individualverkehr gesperrt bleiben und der Radverkehr einen eigenen, breiten (zwischen 2,8 und 2 m) Streifen erhalten.

Was genau passiert?

Quelle: Stadt Kiel
Sophienblatt, Ecke Ziegelteich. Der jetzige Busstreifen wird zum Fahrradstreifen, der alte Radweg wird dem Fußweg zugeschlagen.

Der alte Bus-Streifen wird in einen Fahrradstreifen umgewandelt. So kann der Radverkehr ab Ziegelteich auf einem 2,75m breiten Streifen bis zur Herzog-Friedrich-Straße fahren. Auf Höhe der Herzog-Friedrich-Straße wird eine Linksabbiegerspur geschaffen, um den Radverkehr das Abbiegen in Richtung Auguste-Viktoria-Straße zu ermöglichen. Doch nicht nur der Radverkehr profitiert: Auch der Fußverkehr hat dann auf Höhe von Karstadt mehr Platz, da der alte Radweg dem Fußweg zugeschlagen wird.

Quelle: Stadt Kiel

Hinter der Herzog-Friedrich-Straße wird der Radverkehr dann auf den „alten“ Radweg vor das Sophienblatt geführt bzw. erhält einen Linksabbiegerstreifen in die Raiffeisenstraße, die sich der Radverkehr allerdings mit den Taxen teilen muss.

Im Laufe der Planung wurde das Projekt erweitert. So war ursprünglich nur beschlossen, den Abschnitt zwischen Ziegelteich und Raiffeisenstraße in den Blick zu nehmen. Allerdings hat bereits jetzt der Pkw-Verkehr in der Andreas-Gayk-Straße aufgrund des Holsten-Fleets abgenommen. Bereits jetzt ist beschlossen, dass die Andreas-Gayk-Straße fast vollständig autofrei werden soll. Daher schlug die Verwaltung vor, nicht erst ab Ziegelteich den Pkw-Verkehr herauszunehmen, sondern bereits ab Hafenstraße zu beginnen.

Quelle: Stadt Kiel
Andreas-Gayk-Str. jetzige Verkehrsführung: der Rechtsabbieger wird zum Fahrradstreifen.

So kommt jetzt bereits in der Andreas-Gayk-Straße einen 2,7m breiten Fahrradstreifen. Dadurch dass der Pkw-Verkehr nicht mehr rechts abbiegen kann, wird der Radverkehr auch sicherer fahren. In dem gesamten Bereich entsteht also eine echte Öko-Trasse: Viel Platz für Bus-, Rad- und Fußverkehr.

Was ist mit dem Pkw-Verkehr?

Eine Befüchtung vieler war, dass es durch die Maßnahme zu Staus von Pkw kommen oder dass die Nebenstraßen stärker belastet würden. Bereits im Dezember 2019 hat die Verwaltung auf den Antrag des Ortsbeirates Mitte hierfür die Zahlen veröffentlicht. 2018 (also vor der Baustelle) nutzten werktags 2.200 Kfz (ohne Busse) die Straße, 2011 waren es noch 3.330 Kfz. Zum Vergleich: auf dem Theodor-Heuss-Ring sind täglich rund 50.000 Kfz in jede Richtung unterwegs. Die umliegenden Straßen nehmen die Mehrbelastung bereits seit der Sperrung ohne Konflikte auf. Zu bedenken ist auch, dass durch die voranschreitende Verkehrswende der Anteil des Pkw-Verkehrs sowieso zurückgeht. Der Bahnhof bleibt übrigens weiterhin gut angebunden. Der Pkw-Verkehr kann über den Ziegelteich in die Auguste-Viktoria-Straße fahren und dort direkt im ZOB-Parkhaus halten oder parken.

Wie geht es weiter?

Der Idee stammt aus dem Ortsbeirat Mitte, der das Projekt entschieden vorangetrieben hat. In der Kooperation hat die FDP leider darauf gedrängt, dass die Maßnahme zunächst auf ein Jahr als Verkehrsversuch umgesetzt werden soll. Im Anschluss soll die Maßnahme dann evaluiert werden, insbesondere mit Blick auf Stau und Ausweichverkehre – obwohl die Zahlen bereits seit langem bekannt sind und auch durch die baustellenbedingte Sperrung keine Probleme entstanden. Ich bin gespannt auf die Auswertung in einem Jahr, bin mir aber bereits jetzt sicher, dass es eine Maßnahme für einen sicheren und angenehmeren Radverkehr ist – und ich freue mich auf weitere konstruktive Vorschläge aus den Ortsbeiräten.

Kronshagener Weg wird immer fahrradfreundlicher

Wie schon oft berichtet, haben wir im Kommunalwahlkampf gefordert, dass der Kronshagener Weg endlich fahrradfreundlich wird. Ein sicherer und bequemer Radweg von Kronshagen bis zum Exerzierplatz ist ein wichtiger Beitrag zur Förderung der Innenstadt, aber auch zur verkehrlichen Entlastung bei THW-Spielen.

Unsere Forderung aus der Kommunalwahl 2018
Foto: Julie Stelz

Die ersten Maßnahmen sind umgesetzt. Zwischen Westring und Hasseldieksdammer Weg gibt es eine breite Fahrradspur (stadteinwärts). Dazu wurden Rad- und Fußweg zw. Westring und Metzstr. durch sog. Frankfurter Hüte geschützt. Nun folgt ein weiterer Abschnitt.

Im September beschloss der Ortsbeirat dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen, zwischen Exerzierplatz und Stephan-Heinzel-Str. eine PKW-Spur (stadtauswärts) in eine Fahrradspur umzuwandeln. Zurzeit gibt es dort nur einen kleinen Fahrrad- und zu schmalen Radweg. Von der Maßnahme profitieren also sowohl Rad- als auch Fußverkehr.

https://ratsinfo.kiel.de/bi/___tmp/tmp/4508103664676343/64676343/00722520/20-Anlagen/03/zuTOP8VerkehrlicheAnpassungderSpurenaufteilungamKnotenpunktExerzie.pdf

Besonders positiv ist, dass ein Teil davon als sog. Protected Bike Lane ausgestaltet wird. Am Kronshagener Weg ist zurzeit leider noch Tempo 50 erlaubt, auch fahren dort viele Busse und Sprinter. Eine Protected Bike Lane schützt die Radfahrer/innen nicht nur, sondern erhöht auch das Sicherheitsgefühl.

Als Stadtteil-SPD begrüßen wir die Maßnahme außerordentlich. Es entspricht genau unseren Forderungen, den Radverkehr in Kiel sicherer und angenehmer zu machen. Allerdings muss die Maßnahme unbedingt weitergedacht werden. Der Ortsbeirat hat deshalb gebeten, auch stadteinwärts eine PKW-Spur in eine Radspur umzuwandeln und auch den Abschnitt westlich der Stephan-Heinzel-Str. zu überplanen. Die Verwaltung hat zugesichert, auch diese Forderungen zu prüfen.

Foto: Julie Stelz
Bearbeitung: Thore Pingpank

Mehr Schutz für Fuß- und Radverkehr

Den Radverkehr im Kronshagener Weg zu stärken, war unser erklärtes Ziel im Kommunalwahlkampf. Ein erster Schritt war dazu der Fahrradstreifen zwischen Westring und Hasseldieksdammer Weg.

Unser Versprechen im Wahlkampf 2018 - zwei Schritte sind gemacht, weitere folgen. Bild: Julie Stelz.

Nun gibt es eine weitere – kleine – Verbesserung, für die wir uns lange eingesetzt haben. Zwischen Westring und Metzstraße wurden sog. „Frankfurter Hüte“ aufgestellt. Dadurch soll verhindert werden, dass PKW auf dem Fuß- und Radweg parken. Dies passierte bis jetzt leider regelmäßig. Die Radfahrerinnen und Radfahrer waren dadurch gezwungen in die PKW-Spur zu wechseln und sich so zu gefährden.

Der Kronshagener Weg heute - inklusive Fahrradspur und "Frankfurter Hüte". Der Spurwechsel wird noch rot markiert werden, um den Radverkehr besser zu schützen.

Durch diese Hüte, scheint das Falschparken verhindert werden zu können. Auch in anderen Straßen (etwa der Samwerstraße) sollen diese Hüte eingesetzt werden, um Fuß- und Radverkehr zu schützen. Eine kleine, einfache Maßnahme mit großer Wirkung – die wir sicher noch an anderen Stellen sehen werden.

Im Rahmen dieser Maßnahme wurden auch zusätzliche Fahrradbügel in der Metzstraße und dem Kronshagener Weg aufgestellt. Es geht voran!

Fahrradverkehr schützen

Für Radfahrer*innen ist es nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich, wenn Autos auf dem Radweg parken: Der Radverkehr muss in den PKW- oder Fußverkehr ausweichen und gefährdet so sich und andere. Leider gelingt es dem Ordnungsamt nicht, das Falschparken zu unterbinden – dafür passiert es zu häufig.

Ein Beispiel für diese Situation ist die Hopfenstraße. Als Ortsbeirat haben wir immer wieder gebeten, den Radweg vor Ort zu schützen. Dabei ist dieser schon farblich makiert – was viele Autofahrer*innen nicht zu stören scheint.

Die Stadt hat daraufhin Absperrungen aufgebaut, damit die Autos nicht auf dem Radweg stehen. Leider haben viele Autofahrer*innen diese Absperrungen regelmäßig überfahren, sodass sie wieder abgebaut wurden. Als Ortsbeirat haben wir gefordert, dass sie wieder aufgestellt und aufgebessert werden.

Der erste Schritt ist gemacht. Die Absperrung ist wieder da. Leider nur auf einem kurzen Stück und nicht ausreichend gesichert. Nach Rücksprache hat die Stadt nun versprochen, sich des Themas erneut anzunehmen. Es wird geprüft, wie weit die Absperrung fortgesetzt werden kann. Dazu werden die Absperrelemente möglicherweise durch Poller erweitert, sodass sie für den PKW-Verkehr deutlicher sind. So kann hoffentlich das Parken auf dem Radweg verhindert werden.

Es ist ärgerlich, dass Fahrradwege überhaupt geschützt werden müssen. Aber solange sie immer wieder zugeparkt werden, setzen wir uns als Ortsbeirat für Schutzmaßnahmen ein.

Beitragsfoto: Julie Stelz


Ein Fahrradstreifen für den Kronshagener Weg

Am Kronshagener Weg zwischen Metzstraße und Chemnitzstraße fehlt ein Fahrradweg – die Radfahrerinnen und Radfahrer haben nur die Möglichkeit auf die Straße oder den Fußgängerweg zu fahren. Daher haben wir als Stadtteil SPD darauf gedrungen, dass dort endlich nachgebessert wird. Auch bei unserer Aktion www.radverkehr-verbessern.de wurde diese Stelle mehrfach kritisiert.

Unsere Forderung aus dem Kommunalwahlkampf – nun wird sie umgesetzt.
Foto: Julie Stelz

Das Tiefbauamt hat dem Fahrradforum nun Pläne vorgelegt, wie der Radverkehr am Kronshagener Weg (stadteinwärts) gestaltet wird. Zwischen Metzstraße und Chemnitzstraße wird eine PKW-Spur zu einer Fahrradstreifen: Das heißt, fast 2,5 Meter für den Radverkehr – genug Platz, um sicher auf der Straße zu fahren.

Das Tiefbauamt bleibt mit seinen Planungen an dieser Stelle aber nicht stehen. So wird auch der Fahrradstreifen zwischen Chemnitzstraße und Hasseldieksdammer Weg verbreitert. Im Ergebnis werdem auf der ganzen Strecke zwischen Metzstraße und Hasseldieksdammer Weg mindestens zwei Meter Platz für Radfahrerinnen und Radfahrer sein.

Und damit die Radfahrerinnen und Radfahrer den Weg auch wirklich nutzen können, wird auch der Abschnitt zwischen Westring und Chemnitzstraße aufgebessert und den Radfahrerinnen und Radfahrern mehr Platz gewährt. Noch dieses Jahr wird diese Maßnahme umgesetzt werden.

Wie geht’s weiter?

Reicht das aus? Ich glaube nicht! In einem nächsten Schritt muss der Fahrradstreifen stadtauswärts ebenfalls verbreitert werden. Zwar gibt es dort einen Fahrradstreifen, doch ist dieser viel zu schmal.

Auch am Kronshagener Weg zwischen Hasseldieksdammer Weg und Exerzierplatz gibt es Nachholbedarf. Im Ortsbeirat werden wir uns dafür stark machen, dass auch hier genügend Platz ist.

Viele Radfahrerinnen und Radfahrer fahren ungern auf der Straße. Und wenn man sieht, wie einige Menschen Auto fahren, ist das verständlich. Darum braucht es breite Fahrradstreifen – weniger als zwei Meter sollen es nirgendwo mehr sein, besser mehr. Und wir müssen überall wo Rad und Auto sich die Straße teilen, Tempo 30 einführen. Auch das haben wir im Fahrradforum vorgeschlagen. Leider ermöglicht das Bundesrecht dies nicht. Darum muss die Straßenverkehrsordnung endlich überarbeitet werden, damit wir Rad- und Fußverkehr schützen können – dafür werde ich mich weiter einsetzen.

Schritt für Schritt für bessere Luft

In der aufgeregten Debatte zum Thema Theodor-Heuss-Ring wird häufig übersehen, welche weitreichende Maßnahmen die Stadt Kiel ergreift, um einen Beitrag zum Klimaschutz und für saubere Luft zu leisten.

Ein besserer Busverkehr

Der Busverkehr in Kiel muss besser werden. Wir brauchen sauberere Busse, die häufiger fahren. Und ganz wichtig: Der Busverkehr muss günstiger werden.

Von Hybdrid zu E-Bussen

Quelle: https://www.kvg-kiel.de/bilder/pressemitteilungen/181212.jpg

Die KVG ersetzt ihre alten Busse – zum Teil noch Baujahr 2004 – durch moderne Hybrid- und Elektrobusse. Noch im Dezember werden 19 neue Busse eingesetzt. Jeder Bus spart 10.000 l Diesel pro Jahr (!) und stößt 25 % weniger CO2 aus. Und der Ausstoß von Stickoxid wird um über 90 % reduziert. 2020 kommen dann noch 36 weitere vollelektrische Busse hinzu. Insgesamt werden so 46 Tonnen Stickoxid jedes Jahr eingespart – dazu eine Menge Diesel und CO2. Neben den Investitionen für die neuen Busse (allein für die 19 neue Busse gibt die KVG 7,5 Millionen Euro aus) muss der KVG-Betriebshof fit gemacht werden – auch das kostet rund 30 Millionen Euro.

Bessere Taktung

Häufig wird kritisiert, dass der Busverkehr in Kiel zu unregelmäßig fährt – gerade an der Kieler Stadtgrenze und zu Nachtzeiten wird eine bessere Taktung gewünscht. Und die KVG reagiert. So wird die 52 ab jetzt halbstündig fahren, der erste Bus startet jetzt bereits um 05:30 Uhr. Ab 2019 soll der Sonntagsmorgenverkehr und der Nachtverkehr verbessert werden. Und ab 2020 sollen die 11 (7,5 Minuten Takt) und die 34 häufiger fahren. Dazu kommen weitere, kleine Verbesserungen. Wenn das Busnetzt dann noch von einer Stadtbahn ergänzt wird …

Günstigere Preise

Quelle: https://www.flickr.com/photos/arne-list/2978009408

Neue Busse, die regelmäßiger fahren, kosten Geld. Trotzdem ist es das Ziel der Rathauskooperation auch die Ticketpreise zu senken. Bereits in der letzten Wahlperiode wurde das sog. Seniorenticket eingeführt. Schon jetzt nutzen 1.250 Menschen dieses Ticket und können so leichter vom PKW auf den Bus umsteigen. Für uns Sozialdemokrat*innen ist günstiger ÖPNV nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern gelebte Sozialpolitik. Mobilität muss bezahlbar bleiben! Daher setzen wir uns dafür ein, dass es ein landesweites Seniorenticket gibt und weiterhin geprüft wird, ob ein ermäßigtes Seniorenticket für besonders Bedürftige möglich ist. Ziel ist es, noch in dieser Wahlperiode in das Ein-Euro-Ticket einzusteigen, damit der ÖPNV für alle günstiger wird.

Tritt in die Pedale – Kiel wird Fahrradstadt

Ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt, ist die Förderung des Radverkehrs. Radfahren ist günstig, emissionsfrei und fördert die Gesundheit – darum wollen wir als SPD den Radverkehr verbessern.

Mehr Premiumrouten

Foto: Nico Einfeldt

Ein besonderes Schmuckstück in Kiel ist die neue Veloroute 10, die im nächstenJahr fertiggestellt wird. Dann gehts mit dem Rad bequem von der Universität bis zum Citti-Park. Bereits jetzt – obwohl die Strecke noch nicht fertig ist – fahren mehr als 1.100 Menschen jeden Tag über diese Strecke.

Und weitere Strecken sind geplant. 2020 kommt die Eckernförder Straße Nord hinzu, 2021 die Werftstraße. Auch die Olshausenstraße soll zur Radpremiumroute werden. Bis 2023 sollen so jährlich eine Tonne Stickoxid eingespart werden. Und jede Fahrt, die mit dem Rad und nicht dem Auto zurückgelegt wird, ist ein Beitrag zum Klimaschutz.

Mehr Abstellmöglichkeiten

Häufig wird überschätzt, wie wichtig sichere Abstellmöglichkeiten für den Radverkehr sind. Wenn ich mit dem Rad zu einer Veranstaltung fahre, muss ich die Möglichkeit haben, mein Rad sicher abzustellen. Als Ortsbeirat Mitte haben wir uns daher dafür eingesetzt, dass Rund um den Exerzierplatz mehr Abstellmöglichkeiten entstehen – im Ergebnis werden dort bis 2019 mehr als 160 zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder entstehen.

Aber Abstellmöglichkeiten ist nicht gleich Abstellmöglichkeit. Wir brauchen dringend mehr Fahrradgaragen, überdachte Fahrradbügel und Fahrradparkhäuser. Das Fahrradforum fordert daher ein neues Konzept für Fahrradstellplätze. Und die Stadt plant bereits an den Bahnhöfen Russee und Oppendorf, dazu am Tilsiter Platz und der Stephan-Heinzel-Str. Mobilitätsstationen.

Fahrradnetz ausbauen

Und nicht nur die Premiumrouten sind wichtig. Gerade die vielen kleinen Lücken im Radwegenetz verleiden einem den Spaß am Fahrradfahren. Darum hat die Stadt 350.000 € für die sog. kleinteiligen Maßnahmen ausgegeben, die neben den großen Projekten (allein die Veloroute 10 kostet vom Hasseldieksdammer Weg bis zur Uni 5 Mio. Euro) ausgegeben werden. Fürs nächste Jahr werden diese Mittel für Rad- und Fußverkehr um 500.000 € erhöht, 150.000 € gibt es für mehr Personal. Dazu kommen Einzelmaßnahmen, wie der Fahrradweg Schützenwall (600.000 €), Fahrradstraße Jahnstraße (500.000 €), Fahrradstraße Goethestraße (1,2 Mio €), Fahrradwege Hamburger Chaussee (noch offen), Rad- und Gehwege an der Veloroute 10 (440.000 €), Fahrradstraße Jungfernstieg (1,5 Mio € – 2020), Veloroute 4 (500.000 € – 2020), und vieles mehr …

Stinkende Schifffahrt?

Foto: Julie Stelz

Der Verdacht liegt nahe: Kiel liegt am Hafen, da muss doch die Schifffahrt Schuld sein an der Luftbelastung. Nur mit der Stickoxidbelastung am Theodor-Heuss-Ring haben die Kreuzfahrer fast nichts zu tun. Die Umwelt verschmutzen sie trotzdem und sie tragen zur sog. Hintergrundbelastung bei.

Blue Port für Kiel

Foto: Julie Stelz

Bereits im Mai 2018 hat die Ratsversammlung dem neuen Umweltkonzept des Kieler Seehafens zugestimmt. Wichtiger Bestandteil sind zwei Landstromanschlüsse, die zusammen 13 Millionen Euro kosten. Da der Strom aus erneuerbaren Energien kommt, ist der Landstromanschluss ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Emissionen – ansonsten hätten die Schiffe nämlich ihren Motor laufen gelassen. Bis 2020 soll die Stena diesen Anschluss nutzen. Es wird geschätzt, dass durch den Landstromanschluss jährlich über 100 Tonnen Stickoxid weniger ausgestoßen werden.

Hybridfähren

Bereits 2020/21 wird in Kiel die erste Hybridfähre fahren. Bis 2026 sollen dann vier Hybridfähren auf der Förde schippern. Neben den zehn Tonnen Stickoxid, die im Jahr weniger verbraucht werden, leistet auch diese Fähre einen Beitrag zum Klimaschutz.

Kann die Schifffahrt noch mehr?

Die einfache Antwort: Ja! Zwar darf der Schifffsdiesel ab 2020 weltweit nur noch einen Schwefelanteil von 0,5 % enthalten (oder die Abgase müssen gereinigt werden), in der Ostsee und einigen anderen Gewässern liegt der Wert bereits jetzt bei 0,1 %. Die Schifffahrt wird also sauberer, nur im PKW-Diesel darf der Schwefelanteil bereits jetzt nur 0,001 % betragen. Bereits hier könnte mehr geleistet werden, um giftige Schwefeldioxide zu verhindern.

Gerade die Kreuzfahrschifffahrt muss sich ihrer Verantwortung bewusst werden. Durch den Einsatz hochwertigeren Kraftstoffs bzw. LNG kann der Ausstoß von Ruß, Stickoxid, Schwefeldioxid und CO2 reduziert werden. Aber auch der europäische Gesetzgeber muss und kann den Kreuzfahrtschiffen mehr zumuten. Dafür sollten wir uns auch als Kieler SPD einsetzen. Eine saubere Schifffahrt ist möglich!

Und sonst?

Foto: Julie Stelz

Die dargestellten Maßnahmen sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Stadt tut, um einen Beitrag gegen den Klimawandel und für gute Luft zu leisten. Dazu kommen Maßnahmen für den Fußverkehr, die Anschaffung von Elektrofahrzeugen für die Verwaltung, Müllvermeidung oder energetische Sanierung. Als Stadtteil-SPD setzen wir uns dafür ein, dass Grünflächen aufgewertet werden. Auch wollen wir wieder Flächen entsiegeln und begrünen, etwa am Exerzierplatz. Grün in der Stadt bindet Schadstoffe, gibt Tieren Lebensraum und erhöht die Aufenthaltsqualität. Da können wir noch etwas tun.

Also alles gut?

In der ganzen Stadt wird an der Verkehrswende und am Klimaschutz gearbeitet. Ich finde, dass wir noch schneller und entschiedener vorgehen müssen. Die Sonderstellung des Autoverkehrs ist nicht mehr akzeptabel: Wir müssen den Straßenraum wieder für den Fuß- und Radverkehr zurückerobern. Straßen und Plätze müssen Aufenthaltsräume werden, keine Abstellflächen für PKW-Blech. Weniger PKW-Verkehr nutzt allen – vor allem auch denjenigen, die auf das Auto angewiesen sind, sei es beruflich, familiär oder gesundheitlich. Sie stehen weniger im Stau! Und wir müssen in Kiel die Straßen wieder begrünen. Das „Straßenbegleitgrün“ bietet Lebensraum für Tiere, schluckt Lärm und Dreck und erhöht die Aufenthaltsqualität. Und dafür werden auch PKW-Stellplätze verschwinden müssen.
Aber wir werden den Klimawandel in Kiel alleine nicht stoppen können. Der Bund muss endlich den Mut haben, die versteckten Kosten des PKW- und LKW-Verkehr offenzulegen – und auf den Verkehr umlegen. Wir müssen Bus und Bahn subventionieren, nicht Auto und LKW.
Und die Kommunen brauchen mehr Unterstützung von Land und Bund. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Verkehrswende müssen geschaffen werden und der Umbau der Städte muss finanziell unterstützt werden. Dann gelingt auch die Verkehrswende – eine Verkehrswende, die die Mobilität nicht einschränkt sondern erweitert.

Ein neuer Radweg für den Schützenwall

Wer mit dem Rad auf dem Schützenwall Richtung Exerzierplatz unterwegs ist, verzweifelt manchmal. Die Deliusstraße kann mit dem Rad kaum sicher überquert werden. Der Ortsbeirat hatte daher bereits im November 2015 einen Antrag an die Verwaltung gestellt, den Bereich neu zu gestalten.

Nun, ziemlich genau drei Jahre später, liegen nun die Pläne der Verwaltung vor. Der Fahrradweg wird verbreitert und begradigt, die Fahrbahndecke auf beiden Seiten erneuert und eine Querungshilfe über den Schützenwall errichtet.

https://ratsinfo.kiel.de/bi/___tmp/tmp/45081036829553620/829553620/00683242/42-Anlagen/01/2018-12-14_PLA_Schuetzenwall_DINA4.pdf

Leider müssen für den Bau des Radwegs einige Bäume fallen, etwas, was wir als Ortsbeirat immer bedauern. Drei Bäume können direkt vor Ort ersetzt werden, als Ortsbeirat schlagen wir vor, die anderen Bäume möglichst in der direkten Umgebung zu ersetzen. Wir schlagen den Grünstreifen in der Hermann-Weigmann-Str., sowie die Grünfläche vor dem Milchinstitut vor.

Die Maßnahme wird rund 600.000 € kosten. Wenn der Bauausschuss im Januar zustimmt, wird der Fahrradweg schon 2019 fertiggestellt.

Für den Bau des Fahrradweges werden acht PKW-Stellplätze verschwinden. Die Anfahrt zu den Gerichten ist dadurch nicht gefährdet. Das Parkhaus Deliusstraße bietet ausreichend Parkraum, 250 Stellplätze – dazu ist der Exerzierplatz fußläufig zu erreichen. Und was viel wichtiger ist: Die Anreise mit dem Rad wird jezt angenehmer und sicherer.

Beitragsbild: TH. Korr, Gerichtshaus Kiel, CC BY 3.0