Günstigere Tickets?!

Die Monats- und Jahrestickets für Schüler:innen und Azubis in Kiel werden um rund 30 Prozent günstiger, der Preis für den Einzelfahrschein fällt von 2,70 Euro auf 2,40 Euro. Für die Kieler Sozialdemokratie war die Preissenkung bei den Monats- und Jahrestickets besonders wichtig. Denn die Frage, die wir uns alle stellen ist: Wie gelingt es, den ÖPNV attraktiver und gerechter zu gestalten? Als Sozialdemokratie wollen wir eine solidarische Verkehrswende, die das Klima schützt und Menschen Mobilität ermöglicht, die sich diese nicht oder nur schwer leisten können.

Dass wir weniger Treibhausgase ausstoßen dürfen, ist bekannt. Auch der Verkehr muss hier seinen Beitrag leisten. Das bedeutet aber auch, dass wir weniger mit dem Auto unterwegs sein können. Busfahren ist Klimaschutz. Doch Busfahren muss man sich auch leisten können.

Günstige oder besser günstigere Tickets für Bus und Bahn sollen daher ein Beitrag zur Verkehrswende und damit zum Klimaschutz sein. Das sogenannte Ein-Euro-Ticket (genauer: ein 365-Euro-Jahresticket) wird seit langem gefordert. Einige wollen gar einen kostenlosen ÖPNV. Studien zeigen aber, dass der Preis nicht der entscheidende Faktor ist, damit Menschen vom Auto in den Bus wechseln. Irgendwie erscheint das auch einleuchtend, denn was hilft mir selbst der kostenlose Bus, wenn er in meinem Stadtteil nicht fährt? Und ist es ein Beitrag zum Klimaschutz, wenn Radfahrer:innen in den Bus umsteigen?

Sicher, der Preis ist ein nicht unerheblicher Faktor, der vom Busfahren abhalten kann. Denn wenn ich mir den Bus nicht leisten kann, ist es egal, wie attraktiv das Angebot ansonsten ist. Doch das Angebot bereitzuhalten kostet: die Fahrzeuge, das Personal und der Kraftstoff kosten Geld. Der öffentliche Nahverkehr ist ein Zuschussbetrieb. Hohe Preise sind keine böse Absicht oder gar ein Zeichen, dass die Verkehrswende nicht gewollt ist. Vielmehr sind sie ein Ausdruck mangelnder finanzieller Mittel vieler Kommunen. Da hilfet es auch nicht darauf zu verweisen, dass der Bund an anderer Stelle Milliarden für den Kfz-Verkehr ausgibt. Kommunen müssen sich daher häufig entscheiden: Senke ich den Preis oder verbessere ich das Angebot – und häufig sind die Mittel so knapp, dass der Preis steigen muss, um das Angebot nicht zu verschlechtern.

Das Angebot verbessern

Ein attraktiver Busverkehr braucht eine hohe Taktung, ein dichtes Netz und ausreichend Fahrzeuge und insbesondere Fahrer:innen. Jede Maßnahme, die ein solches Ziel erreichen will, kostet Geld. Dazu fordern auch die Busfahrer:innen berechtigtertweise mehr Geld. Auch aus diesen Gründen, ist der ÖPNV immer teurer geworden. Neue Linien, Schnellbusse, ein Nachtfahrplan – all diese Veränderungen kosten Geld. Trotz politischem Willen ist es schwer, die Preise zu senken und gleichzeitig das Angebot zu verbessern. Effektiver Klimaschutz braucht daher ein Ausbau des Busnetzes und eine Verdichtung des Angebots. Dabei gehört zu einer solidarischen Verkehrswende, dass wir auch wieder stärker die Stadtteile anbinden, die derzeit nur eine geringe Anbindung haben.

Die Kommunalpolitik steht häufig vor der Entscheidung: Preise senken oder das Angebot ausbauen. Wenn Preissenkungen aber dazu führen, dass das Angebot sich nicht verbessert, gleichzeitig aber zweifelhaft ist, ob wirklich mehr Menschen vom Pkw in den Bus steigen, dann stellt sich die Frage, ob Preissenkungen dem Klimaschutz wirklich helfen.

Ein kompliziertes Geflecht

Preissenkungen sind nicht einfach umzusetzen. Grund dafür ist nicht nur, dass häufig schlicht das Geld fehlt, sondern auch das die Stadt Kiel Mitglied bei Nah.SH ist. Die Nah.SH ist ein Verbund von Städten und Gemeinden sowie des Landes Schleswig-Holsteins. Die Mitarbeiter:innen organisieren Fahrpläne, treiben den Ausbau der Infrastruktur voran und sorgt etwa für digitale Angebote. Wichtiger Bestandteil ist der landesweite einheitliche Tarif (SH-Tarif). Das macht es für die Kund:innen einfach, da sie nur ein Ticket kaufen müssen, auch wenn sie in der nächsten Gemeinde umsteigen. Schwieriger wird es aber, wenn eine Kommune alleine die Preise senken will. Sie muss dann die Differenz an die Nah.SH ausgleichen. Insgesamt ist das ganze Verfahren noch etwas komplizierter, es soll aber an dieser Stelle reichen.

Preissenkungen als sozialpolitische Maßnahme

Als Sozialdemokratie wollen wir eine solidarische Verkehrswende. Unsere Maßnahmen sollen nicht nur dem Klimaschutz dienen, sondern gleichzeitig ein Beitrag zur sozialen Mobilität darstellen. Und sozialpolitisch machen Preisvergünstigungen durchaus einen Unterschied . Eine solidarische Verkehrswende beschränkt die Menschen nicht in ihrer Mobilität, sondern sorgt dafür, dass mehr Menschen an Mobilität teilhaben können. Auch entlasten wir Menschen, die derzeit auf den Bus angewiesen sind.

Wir sehen in Ticketvergünstigungen also vor allem ein sozialpolitisches Mittel. Für den Klimaschutz halten wir es für wichtiger, dass wir das Angebot ausweiten. Nichtsdestotrotz sind Vergünstigungen natürlich auch ein Baustein auf dem Weg zu einem klimaschonenden Verkehr.

Fokus Monats- und Jahresticket

Fokusiert haben wir uns auf die Monats- und Jahrestickets. Dadurch werden insbesondere die begünstigt, die regelmäßig mit dem Bus unterwegs sind. Wer ein Monatsticket kauft, fährt häufig – und wer das Monatsticket erstmal bezahlt hat, wird es auch nutzen. Daneben bekommen wir so eine gewisse Planungssicherheit. Wir werden schnell erkennen, ob zusätzliche Monats- und Jahrestickets gekauft werden und das Angebot anpassen. Bei Tagestickets bedarf dies einer längeren Beobachtung. Jede Umstellung in der Preisstruktur kann auch zu verändertem Nutzungsverhalten führen. Und auf dieses muss reagiert werden, etwa mit neuen Bussen und mit zusätzlichem Personal. Trotzdem werden wir auch die Einzelfahrscheine vergünstigen. Dies war ein besonderer Wunsch unserer Kooperationspartnerinnen. Wir hätten lieber die Monats- und Jahrestickets noch stärker vergünstigt oder bereits das Sozialticket auf den Weg gebracht, können den Kompromiss aber gut mittragen.

Schritt für Schritt

Die mangelnden finanziellen Mittel zwingen uns, schrittweise vorzugehen. Wichtig dabei war uns, dass eine Reduzierung spürbar ist. Niemand kauft sich ein Monatsticket, das wenige Cent günstiger wird. Kaum einer merkt es, wenn am Ende des Jahres zehn Euro gespart sind.

Wir haben uns entschieden, dass wir zunächst die Schüler:innen und Azubi-Tickets vergünstigen. Gerade Familien sind besonderen finanziellen Belastungen ausgesetzt, Alleinerziehende besonders von Armut bedroht. Daneben haben Schüler:innen in der Regel kein eigenes Auto, auch unter Azubis dürfte der Anteil allein aufgrund der finanziellen Situation unterdurchschnittlich sein. Nebenbei kann ein vergünstigtes Schüler:innenticket vielleicht auch ein Beitrag gegen sogenannte „Eltern-Taxis“ sein.

Das neue Monats- oder Jahresticket für Schüler:innen und Azubis wird ab August 2021 um fast 30 Prozent günstiger. Das sind 13,30 Euro monatlich oder rund 150 Euro im Jahr weniger. Eine Menge Geld – übrigens auch für den kommunalen Haushalt. Gemeinsam mit der Vergünstigung des Einzelfahrscheins werden für 2021 drei Millionen Euro bereitgestellt – und das obwohl die Vergünstigung erst ab August greift. Das Ticket wird aber günstiger als es vor zehn Jahren war – wo gibt es das sonst?

Das war nicht der erste Schritt – das Senior:innenticket

Bereits vor einigen Jahren wurde das Senior:innenticket eingeführt, welches Menschen ab 65 ermöglicht, ein um 25 Prozent reduziertes Ticket zu erhalten. Dieses kann zwar nicht im morgendlichen Berufsverkehr genutzt werden, wird aber trotzdem angenommen. So haben rund 1.400 bis 1.500 Menschen in Kiel das Angebot angenommen. Für die Stadt entstehen so jährliche Kosten von 200.000 Euro.

Wie geht es weiter?

Zunächst sind wir gespannt, wie das neue Angebot angenommen wird. Eine gute Nachfrage würde auch bedeuten, dass wir weiter am Angebot arbeiten müssen. Auch das günstige Ticket bringt mir nichts, wenn der Bus überfüllt an mir vorbeifährt. Das nächste Ziel haben wir abere bereits im Blick: das Sozialticket.

Günstiger wirds auch für Berufstätige – das Jobticket

Spannend ist auch das neue Jobticket, das ab Mai 2021 greift. Wenn das eigene Unternehmen beim Jobticket mitmacht und 15 Euro des Preises übernimmt, gibt es einen Rabatt von 10 Euro. Arbeitnehmer:innen sparen also 25 Euro im Monat. Wenn der Arbeitgeber sogar 30 Euro hinzugibt, dann folgt ein Rabatt von 20 Euro. Das Monatsticket in Kiel würde dann Beschäftigte weniger als zwei Euro im Monat kosten. Die Stadt Kiel wird dies für seine Beschäftigten anbieten – hoffentlich folgen noch viele weitere Betriebe.

Neuer Radfahrstreifen Hopfenstraße

Wo jetzt noch Autos stehen, können bald viele Menschen wohnen: Der Parkplatz in der Hopfestraße wird bebaut, 98 Wohneinheiten entstehen hier; leider kein sozial-geförderter Wohnraum. Aber das neue Quartier soll ein modernes Mobilitätskonzept bekommen. So werden fast viermal so viele Fahrradbügel wie Pkw-Stellplätze vorgehalten.

Das neue Bauprojekt erlaubt auch Verbesserungen für den Radverkehr in der Hopfenstraße. Der Abbieger auf den ehemaligen Parkplatz (Fahrtrichtung Ziegelteich) wird nicht mehr benötigt. Das erlaubt die Umwandlung eines Streifens in einen Fahrradstreifen.

Der neue Fahrradstreifen in der Hopfenstraße – Quelle: Stadt Kiel

Wer von der Ringstraße kommt und in Richtung Ziegelteich fährt, muss sich nicht mehr auf einem alten Radweg quälen. Ich hätte mir hier noch etwas mehr Platz für den Radstreifen (2m) und Frankfurter Hüte oder Poller gewünscht. Auch der Ortsbeirat Mitte unter dem Vorsitz von Fabian Winkler (SPD) hatte das angeregt. Leider ist dies vor Ort nicht möglich.

Trotzdem ist es ein großer Schritt in die richtige Richtung. Leider endet die Maßnahme schon auf Höhe Lerchenstraße und wird auf den alten Radweg zurückgeführt – dort hätten sonst Bäume weichen müssen. Auch hier hat der Ortsbeirat weitere Verbesserungen angeregt, etwa ob der Radverkehr nicht auch weiter auf der Straße geführt werden kann, insbesondere um auch den Fußverkehr dort zu schützen.

Denn von dieser Maßnahme profitiert nicht nur der Rad-, sondern auch der Fußverkehr. Diese müssen sich den Weg nun nicht mehr mit Radfahrer:innen teilen. Der Platz ist bereits jetzt nicht mehr genug.

Auch in die andere Richtung passiert etwas. Dort, wo zurzeit Autos stehen, wird ein Radweg gebaut. Der alte Radweg ist in einem schlechten Zustand und auch in der Breite nicht mehr angemessen.

Neuer Fahrradweg Hopfenstraße – Quelle: Stadt Kiel

Nachdem der Ortsbeirat Mitte die Maßnahme am 20.04.2021 begrüßt hat, kann es voraussichtlich 2022 losgehen. Da noch einige Prüfungen und Abstimmungen ausstehen, kann es sein, dass die Maßnahme auf der östlichen Seite erst 2023 umgesetzt wird. Unseren Ortsbeiratsvorsitzenden Fabian Winkler (SPD) freut es, dass wieder eine kleine, aber wichtige Maßnahme zur Förderung von Fuß- und Radverkehr im Stadtteil umgesetzt wird. So kann es weitergehen!

 

Mehr Platz für den Fußverkehr

Gerade in Zeiten von Corona ist es besonders wichtig, dass wir breite Gehwege haben – nur so ist es möglich, Abstand zu halten. Aber auch ohne Corona sind unsere Gehewege an vielen Stellen zu schmal. Menschen mit Rollator, in Rollstuhl oder mit Kinderwagen kommen an einigen Stellen nicht mehr durch; Begegnungsverkehr ist überhaupt nicht mehr möglich. Darum setzen wir als SPD Kiel für mehr Platz auf den Gehwegen ein (http://ki.beschluesse.spd-schleswig-holstein.de/wiki/Fu%C3%9Fverkehr_schnell_und_einfach_sicherer_machen).

Gerade in den innenstadtnahen Stadtteilen ist häufig das sog. Gehwegparken erlaubt. Autos dürfen auf einem Teil des Fußweges geparkt werden – und verkleinern so weiter die Breite des Gehweges. Die Verwaltungsverfahrensvorschrift zur Straßenverkehrsordnung wurde bereits 2009 geändert und erlaubt Gehwegparken nur noch dort, wo ausreichend Platz verbleibt. Das ist leider an vielen Stellen nicht der Fall. Daher habe ich gemeinsam mit dem VCD einen Brief an die Ortsbeiräte gesendet und diese gebeten, Stellen zu bennen, an denen der Gehweg zu schmal ist – gerade in Corona-Zeiten müssen wir schnelle und pragmatische Lösungen finden, damit die Menschen sich in ihrem Quartier bewegen können, ohne sich anzustecken.

Liebe Ortsbeiratsvorsitzende,
liebe Mitglieder der Ortsbeiräte,

in den letzten Wochen haben wir gelernt, wie wichtig es ist, Abstand zu halten. Wir alle hoffen, dass wir möglichst bald wieder schrittweise zur Normalität zurückkehren ohne dabei die besonders gefährdeten Mitmenschen zu gefährden. Für diese schrittweise Rückkehr ist es wichtig, dass wir insbesondere Fuß- und Radwege anbieten, auf denen die Menschen Abstand halten können. Denn nur durch den richtigen Abstand verhindern wir eine Verbreitung der Krankheit.

Dieser Abstand kann leider zurzeit nicht an allen Stellen eingehalten werden. Unsere Gehwege sind schlicht nicht an allen Stellen breit genug. Trotzdem müssen wir auch jetzt nach draußen, sei es zum Einkaufen, auf dem Weg zur Arbeit oder auch nur, um mal frische Luft zu schnappen. Und an einigen Stellen könnte, durch einfache Mittel, eine Verbesserung erzielt werden. Als Ortsbeiratsmitglieder aus Ihrem Stadtteil kennen Sie die Engpässe aber auch die Chancen am besten. Darum wenden wir uns an Sie!

In vielen Straßen ist sog. „Gehwegparken“ erlaubt. Autos dürfen dort teilweise auf dem Gehweg abgestellt werden. Bereits vor mehr als zehn Jahren wurde das Gehwegparken rechtlich eingeschränkt, da es für viele Menschen ein Problem sein kann – es fehlt einfach am Platz, wenn man mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen unterwegs ist. Gerade während Corona wird das zu einem Problem. Nach der Verwaltungsverfahrensvorschrift zur StVO sollen Gehwege immer eine Restbreite von 1,80 bis 2,50 Meter haben – das ist nicht mehr überall gewährleistet. Wir freuen uns, wenn Sie als Ortsbeirat dem Tiefbauamt und der Straßenverkehrsbehörde mitteilen, wo diese Mindestbreite nicht mehr eingehalten und trotzdem geparkt wird. Vielleicht gelingt Ihnen ein Umlaufbeschluss per Mail oder Sie delegieren dies an Ihre Vorsitzenden. So können Sie einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen sich wieder sicher im Stadtteil bewegen können und die Infektionsgefahr reduziert wird.

Auch viele Radwege sind zu schmal. Doch vor allem die Menschen, die die in systemrelevanten Berufen arbeiten und auch viele Familien sind jetzt auf das Rad angewiesen, denn die Busse fahren nur sehr eingeschränkt. Eine Lösung wären temporäre Fahrradspuren, bei denen eine Fahrbahn für den Radverkehr reserviert wird. Hierfür sehen wir auch in Kiel Potenzial. Vielleicht fallen Ihnen auch hier Streckenabschnitte ein, wo es einen besonderen Bedarf für den Radverkehr gibt. Schlagen Sie diese vor und helfen dabei, einen sicheren Verkehr zu ermöglichen.

Wir denken es ist jetzt an der Zeit, der Verwaltung konkrete Vorschläge zu machen, wo Geh- und Radwege verbreitert werden müssen, damit alle – auch Menschen einer Risikogruppe – sich gefahrlos bewegen können. Denn in Zeiten von Corona ist es wichtig, dass wir Abstand halten, aber trotzdem frische Luft atmen können. Schreiben Sie daher dem Tiefbauamt und der Straßenverkehrsbehörde oder uns Ihre Vorschläge.

Lieber Gruß und bleiben Sie gesund!

Max Dregelies
Vorsitzender Fahrradforum
spd@maxdregelies.eu

Maik Kristen
VCD
m.kristen@posteo.de

Mehr Schutz für Fuß- und Radverkehr

Den Radverkehr im Kronshagener Weg zu stärken, war unser erklärtes Ziel im Kommunalwahlkampf. Ein erster Schritt war dazu der Fahrradstreifen zwischen Westring und Hasseldieksdammer Weg.

Unser Versprechen im Wahlkampf 2018 - zwei Schritte sind gemacht, weitere folgen. Bild: Julie Stelz.

Nun gibt es eine weitere – kleine – Verbesserung, für die wir uns lange eingesetzt haben. Zwischen Westring und Metzstraße wurden sog. „Frankfurter Hüte“ aufgestellt. Dadurch soll verhindert werden, dass PKW auf dem Fuß- und Radweg parken. Dies passierte bis jetzt leider regelmäßig. Die Radfahrerinnen und Radfahrer waren dadurch gezwungen in die PKW-Spur zu wechseln und sich so zu gefährden.

Der Kronshagener Weg heute - inklusive Fahrradspur und "Frankfurter Hüte". Der Spurwechsel wird noch rot markiert werden, um den Radverkehr besser zu schützen.

Durch diese Hüte, scheint das Falschparken verhindert werden zu können. Auch in anderen Straßen (etwa der Samwerstraße) sollen diese Hüte eingesetzt werden, um Fuß- und Radverkehr zu schützen. Eine kleine, einfache Maßnahme mit großer Wirkung – die wir sicher noch an anderen Stellen sehen werden.

Im Rahmen dieser Maßnahme wurden auch zusätzliche Fahrradbügel in der Metzstraße und dem Kronshagener Weg aufgestellt. Es geht voran!

Das Fahrrad sicher abstellen

Die Stadt Kiel hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil des Radverkehrs von 17% auf 25% zu erhöhen – bis 2025. Leider hat sich der Anteil in den letzten Jahren nicht erhöht. Daher versuchen wir an verschiedenen Stellen, den Radverkehr zu fördern, sei es durch große Projekte, wie die Veloroute 10, die Aufwertung von bestehenden Fahrradwegen, wie etwa am Schützenwall oder an der Hamburger Chaussee, oder neue Fahrradwege, wie am Kronshagener Weg.

Zum Radfahren gehören aber nicht nur bequeme und sichere Wege, sondern auch sichere Abstellmöglichkeiten. In der Kategorie „Fahrraddiebstahl“ des ADFC-Klimatest bekommt Kiel nur eine „4,9“ und verbessert sich damit nur minimal zu 2016. Durch die „Einsatzgruppe-Speiche“ der Polizei ist die Zahl der Fahrraddiebstähle zwar bereits zurückgegangen, trotzdem müssen wir hier mehr erreichen.

Auch in der Kategorie „Abstellmöglichkeiten“ erhält Kiel nur eine 3,4 – trotz des Kieler Umsteigers. Zwar ist Kiel damit deutlich besser als viele andere Städte (die Durchschnittsnote der vergleichbaren Städte liegt bei 4,0), trotzdem wollen wir mehr.

Unser Versprechen aus dem Wahlkampf – wir setzen es um.

Auf Antrag der Rathauskooperation (SPD, Grüne, FDP) und mit Zustimmung von CDU und AfD (und bei Enthaltung der Linken) hat die kommunale Selbstverwaltung die Stadt aufgefordert, mehr hochwertige Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu schaffen. Dabei sollen nicht nur einfach mehr Fahrradbügel gesetzt werden, sondern die entstehenden Mobilitätsstationen durch hochwerige Abstellmöglichkeiten ergänzt werden – d.h. Fahrradparkhäuser und überdachte Fahrradbügel. Ziel ist es, dass nicht nur die Stadt, sondern auch die Kieler Unternehmen und Verbände mehr Abstellmöglichkeiten schaffen – und damit den Menschen das Umsteigen erleichtern.

Fahrradverkehr schützen

Für Radfahrer*innen ist es nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich, wenn Autos auf dem Radweg parken: Der Radverkehr muss in den PKW- oder Fußverkehr ausweichen und gefährdet so sich und andere. Leider gelingt es dem Ordnungsamt nicht, das Falschparken zu unterbinden – dafür passiert es zu häufig.

Ein Beispiel für diese Situation ist die Hopfenstraße. Als Ortsbeirat haben wir immer wieder gebeten, den Radweg vor Ort zu schützen. Dabei ist dieser schon farblich makiert – was viele Autofahrer*innen nicht zu stören scheint.

Die Stadt hat daraufhin Absperrungen aufgebaut, damit die Autos nicht auf dem Radweg stehen. Leider haben viele Autofahrer*innen diese Absperrungen regelmäßig überfahren, sodass sie wieder abgebaut wurden. Als Ortsbeirat haben wir gefordert, dass sie wieder aufgestellt und aufgebessert werden.

Der erste Schritt ist gemacht. Die Absperrung ist wieder da. Leider nur auf einem kurzen Stück und nicht ausreichend gesichert. Nach Rücksprache hat die Stadt nun versprochen, sich des Themas erneut anzunehmen. Es wird geprüft, wie weit die Absperrung fortgesetzt werden kann. Dazu werden die Absperrelemente möglicherweise durch Poller erweitert, sodass sie für den PKW-Verkehr deutlicher sind. So kann hoffentlich das Parken auf dem Radweg verhindert werden.

Es ist ärgerlich, dass Fahrradwege überhaupt geschützt werden müssen. Aber solange sie immer wieder zugeparkt werden, setzen wir uns als Ortsbeirat für Schutzmaßnahmen ein.

Beitragsfoto: Julie Stelz


Ein Fahrradstreifen für den Kronshagener Weg

Am Kronshagener Weg zwischen Metzstraße und Chemnitzstraße fehlt ein Fahrradweg – die Radfahrerinnen und Radfahrer haben nur die Möglichkeit auf die Straße oder den Fußgängerweg zu fahren. Daher haben wir als Stadtteil SPD darauf gedrungen, dass dort endlich nachgebessert wird. Auch bei unserer Aktion www.radverkehr-verbessern.de wurde diese Stelle mehrfach kritisiert.

Unsere Forderung aus dem Kommunalwahlkampf – nun wird sie umgesetzt.
Foto: Julie Stelz

Das Tiefbauamt hat dem Fahrradforum nun Pläne vorgelegt, wie der Radverkehr am Kronshagener Weg (stadteinwärts) gestaltet wird. Zwischen Metzstraße und Chemnitzstraße wird eine PKW-Spur zu einer Fahrradstreifen: Das heißt, fast 2,5 Meter für den Radverkehr – genug Platz, um sicher auf der Straße zu fahren.

Das Tiefbauamt bleibt mit seinen Planungen an dieser Stelle aber nicht stehen. So wird auch der Fahrradstreifen zwischen Chemnitzstraße und Hasseldieksdammer Weg verbreitert. Im Ergebnis werdem auf der ganzen Strecke zwischen Metzstraße und Hasseldieksdammer Weg mindestens zwei Meter Platz für Radfahrerinnen und Radfahrer sein.

Und damit die Radfahrerinnen und Radfahrer den Weg auch wirklich nutzen können, wird auch der Abschnitt zwischen Westring und Chemnitzstraße aufgebessert und den Radfahrerinnen und Radfahrern mehr Platz gewährt. Noch dieses Jahr wird diese Maßnahme umgesetzt werden.

Wie geht’s weiter?

Reicht das aus? Ich glaube nicht! In einem nächsten Schritt muss der Fahrradstreifen stadtauswärts ebenfalls verbreitert werden. Zwar gibt es dort einen Fahrradstreifen, doch ist dieser viel zu schmal.

Auch am Kronshagener Weg zwischen Hasseldieksdammer Weg und Exerzierplatz gibt es Nachholbedarf. Im Ortsbeirat werden wir uns dafür stark machen, dass auch hier genügend Platz ist.

Viele Radfahrerinnen und Radfahrer fahren ungern auf der Straße. Und wenn man sieht, wie einige Menschen Auto fahren, ist das verständlich. Darum braucht es breite Fahrradstreifen – weniger als zwei Meter sollen es nirgendwo mehr sein, besser mehr. Und wir müssen überall wo Rad und Auto sich die Straße teilen, Tempo 30 einführen. Auch das haben wir im Fahrradforum vorgeschlagen. Leider ermöglicht das Bundesrecht dies nicht. Darum muss die Straßenverkehrsordnung endlich überarbeitet werden, damit wir Rad- und Fußverkehr schützen können – dafür werde ich mich weiter einsetzen.

Schritt für Schritt für bessere Luft

In der aufgeregten Debatte zum Thema Theodor-Heuss-Ring wird häufig übersehen, welche weitreichende Maßnahmen die Stadt Kiel ergreift, um einen Beitrag zum Klimaschutz und für saubere Luft zu leisten.

Ein besserer Busverkehr

Der Busverkehr in Kiel muss besser werden. Wir brauchen sauberere Busse, die häufiger fahren. Und ganz wichtig: Der Busverkehr muss günstiger werden.

Von Hybdrid zu E-Bussen

Quelle: https://www.kvg-kiel.de/bilder/pressemitteilungen/181212.jpg

Die KVG ersetzt ihre alten Busse – zum Teil noch Baujahr 2004 – durch moderne Hybrid- und Elektrobusse. Noch im Dezember werden 19 neue Busse eingesetzt. Jeder Bus spart 10.000 l Diesel pro Jahr (!) und stößt 25 % weniger CO2 aus. Und der Ausstoß von Stickoxid wird um über 90 % reduziert. 2020 kommen dann noch 36 weitere vollelektrische Busse hinzu. Insgesamt werden so 46 Tonnen Stickoxid jedes Jahr eingespart – dazu eine Menge Diesel und CO2. Neben den Investitionen für die neuen Busse (allein für die 19 neue Busse gibt die KVG 7,5 Millionen Euro aus) muss der KVG-Betriebshof fit gemacht werden – auch das kostet rund 30 Millionen Euro.

Bessere Taktung

Häufig wird kritisiert, dass der Busverkehr in Kiel zu unregelmäßig fährt – gerade an der Kieler Stadtgrenze und zu Nachtzeiten wird eine bessere Taktung gewünscht. Und die KVG reagiert. So wird die 52 ab jetzt halbstündig fahren, der erste Bus startet jetzt bereits um 05:30 Uhr. Ab 2019 soll der Sonntagsmorgenverkehr und der Nachtverkehr verbessert werden. Und ab 2020 sollen die 11 (7,5 Minuten Takt) und die 34 häufiger fahren. Dazu kommen weitere, kleine Verbesserungen. Wenn das Busnetzt dann noch von einer Stadtbahn ergänzt wird …

Günstigere Preise

Quelle: https://www.flickr.com/photos/arne-list/2978009408

Neue Busse, die regelmäßiger fahren, kosten Geld. Trotzdem ist es das Ziel der Rathauskooperation auch die Ticketpreise zu senken. Bereits in der letzten Wahlperiode wurde das sog. Seniorenticket eingeführt. Schon jetzt nutzen 1.250 Menschen dieses Ticket und können so leichter vom PKW auf den Bus umsteigen. Für uns Sozialdemokrat*innen ist günstiger ÖPNV nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern gelebte Sozialpolitik. Mobilität muss bezahlbar bleiben! Daher setzen wir uns dafür ein, dass es ein landesweites Seniorenticket gibt und weiterhin geprüft wird, ob ein ermäßigtes Seniorenticket für besonders Bedürftige möglich ist. Ziel ist es, noch in dieser Wahlperiode in das Ein-Euro-Ticket einzusteigen, damit der ÖPNV für alle günstiger wird.

Tritt in die Pedale – Kiel wird Fahrradstadt

Ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt, ist die Förderung des Radverkehrs. Radfahren ist günstig, emissionsfrei und fördert die Gesundheit – darum wollen wir als SPD den Radverkehr verbessern.

Mehr Premiumrouten

Foto: Nico Einfeldt

Ein besonderes Schmuckstück in Kiel ist die neue Veloroute 10, die im nächstenJahr fertiggestellt wird. Dann gehts mit dem Rad bequem von der Universität bis zum Citti-Park. Bereits jetzt – obwohl die Strecke noch nicht fertig ist – fahren mehr als 1.100 Menschen jeden Tag über diese Strecke.

Und weitere Strecken sind geplant. 2020 kommt die Eckernförder Straße Nord hinzu, 2021 die Werftstraße. Auch die Olshausenstraße soll zur Radpremiumroute werden. Bis 2023 sollen so jährlich eine Tonne Stickoxid eingespart werden. Und jede Fahrt, die mit dem Rad und nicht dem Auto zurückgelegt wird, ist ein Beitrag zum Klimaschutz.

Mehr Abstellmöglichkeiten

Häufig wird überschätzt, wie wichtig sichere Abstellmöglichkeiten für den Radverkehr sind. Wenn ich mit dem Rad zu einer Veranstaltung fahre, muss ich die Möglichkeit haben, mein Rad sicher abzustellen. Als Ortsbeirat Mitte haben wir uns daher dafür eingesetzt, dass Rund um den Exerzierplatz mehr Abstellmöglichkeiten entstehen – im Ergebnis werden dort bis 2019 mehr als 160 zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder entstehen.

Aber Abstellmöglichkeiten ist nicht gleich Abstellmöglichkeit. Wir brauchen dringend mehr Fahrradgaragen, überdachte Fahrradbügel und Fahrradparkhäuser. Das Fahrradforum fordert daher ein neues Konzept für Fahrradstellplätze. Und die Stadt plant bereits an den Bahnhöfen Russee und Oppendorf, dazu am Tilsiter Platz und der Stephan-Heinzel-Str. Mobilitätsstationen.

Fahrradnetz ausbauen

Und nicht nur die Premiumrouten sind wichtig. Gerade die vielen kleinen Lücken im Radwegenetz verleiden einem den Spaß am Fahrradfahren. Darum hat die Stadt 350.000 € für die sog. kleinteiligen Maßnahmen ausgegeben, die neben den großen Projekten (allein die Veloroute 10 kostet vom Hasseldieksdammer Weg bis zur Uni 5 Mio. Euro) ausgegeben werden. Fürs nächste Jahr werden diese Mittel für Rad- und Fußverkehr um 500.000 € erhöht, 150.000 € gibt es für mehr Personal. Dazu kommen Einzelmaßnahmen, wie der Fahrradweg Schützenwall (600.000 €), Fahrradstraße Jahnstraße (500.000 €), Fahrradstraße Goethestraße (1,2 Mio €), Fahrradwege Hamburger Chaussee (noch offen), Rad- und Gehwege an der Veloroute 10 (440.000 €), Fahrradstraße Jungfernstieg (1,5 Mio € – 2020), Veloroute 4 (500.000 € – 2020), und vieles mehr …

Stinkende Schifffahrt?

Foto: Julie Stelz

Der Verdacht liegt nahe: Kiel liegt am Hafen, da muss doch die Schifffahrt Schuld sein an der Luftbelastung. Nur mit der Stickoxidbelastung am Theodor-Heuss-Ring haben die Kreuzfahrer fast nichts zu tun. Die Umwelt verschmutzen sie trotzdem und sie tragen zur sog. Hintergrundbelastung bei.

Blue Port für Kiel

Foto: Julie Stelz

Bereits im Mai 2018 hat die Ratsversammlung dem neuen Umweltkonzept des Kieler Seehafens zugestimmt. Wichtiger Bestandteil sind zwei Landstromanschlüsse, die zusammen 13 Millionen Euro kosten. Da der Strom aus erneuerbaren Energien kommt, ist der Landstromanschluss ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung von Emissionen – ansonsten hätten die Schiffe nämlich ihren Motor laufen gelassen. Bis 2020 soll die Stena diesen Anschluss nutzen. Es wird geschätzt, dass durch den Landstromanschluss jährlich über 100 Tonnen Stickoxid weniger ausgestoßen werden.

Hybridfähren

Bereits 2020/21 wird in Kiel die erste Hybridfähre fahren. Bis 2026 sollen dann vier Hybridfähren auf der Förde schippern. Neben den zehn Tonnen Stickoxid, die im Jahr weniger verbraucht werden, leistet auch diese Fähre einen Beitrag zum Klimaschutz.

Kann die Schifffahrt noch mehr?

Die einfache Antwort: Ja! Zwar darf der Schifffsdiesel ab 2020 weltweit nur noch einen Schwefelanteil von 0,5 % enthalten (oder die Abgase müssen gereinigt werden), in der Ostsee und einigen anderen Gewässern liegt der Wert bereits jetzt bei 0,1 %. Die Schifffahrt wird also sauberer, nur im PKW-Diesel darf der Schwefelanteil bereits jetzt nur 0,001 % betragen. Bereits hier könnte mehr geleistet werden, um giftige Schwefeldioxide zu verhindern.

Gerade die Kreuzfahrschifffahrt muss sich ihrer Verantwortung bewusst werden. Durch den Einsatz hochwertigeren Kraftstoffs bzw. LNG kann der Ausstoß von Ruß, Stickoxid, Schwefeldioxid und CO2 reduziert werden. Aber auch der europäische Gesetzgeber muss und kann den Kreuzfahrtschiffen mehr zumuten. Dafür sollten wir uns auch als Kieler SPD einsetzen. Eine saubere Schifffahrt ist möglich!

Und sonst?

Foto: Julie Stelz

Die dargestellten Maßnahmen sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Stadt tut, um einen Beitrag gegen den Klimawandel und für gute Luft zu leisten. Dazu kommen Maßnahmen für den Fußverkehr, die Anschaffung von Elektrofahrzeugen für die Verwaltung, Müllvermeidung oder energetische Sanierung. Als Stadtteil-SPD setzen wir uns dafür ein, dass Grünflächen aufgewertet werden. Auch wollen wir wieder Flächen entsiegeln und begrünen, etwa am Exerzierplatz. Grün in der Stadt bindet Schadstoffe, gibt Tieren Lebensraum und erhöht die Aufenthaltsqualität. Da können wir noch etwas tun.

Also alles gut?

In der ganzen Stadt wird an der Verkehrswende und am Klimaschutz gearbeitet. Ich finde, dass wir noch schneller und entschiedener vorgehen müssen. Die Sonderstellung des Autoverkehrs ist nicht mehr akzeptabel: Wir müssen den Straßenraum wieder für den Fuß- und Radverkehr zurückerobern. Straßen und Plätze müssen Aufenthaltsräume werden, keine Abstellflächen für PKW-Blech. Weniger PKW-Verkehr nutzt allen – vor allem auch denjenigen, die auf das Auto angewiesen sind, sei es beruflich, familiär oder gesundheitlich. Sie stehen weniger im Stau! Und wir müssen in Kiel die Straßen wieder begrünen. Das „Straßenbegleitgrün“ bietet Lebensraum für Tiere, schluckt Lärm und Dreck und erhöht die Aufenthaltsqualität. Und dafür werden auch PKW-Stellplätze verschwinden müssen.
Aber wir werden den Klimawandel in Kiel alleine nicht stoppen können. Der Bund muss endlich den Mut haben, die versteckten Kosten des PKW- und LKW-Verkehr offenzulegen – und auf den Verkehr umlegen. Wir müssen Bus und Bahn subventionieren, nicht Auto und LKW.
Und die Kommunen brauchen mehr Unterstützung von Land und Bund. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Verkehrswende müssen geschaffen werden und der Umbau der Städte muss finanziell unterstützt werden. Dann gelingt auch die Verkehrswende – eine Verkehrswende, die die Mobilität nicht einschränkt sondern erweitert.

Ein neuer Radweg für den Schützenwall

Wer mit dem Rad auf dem Schützenwall Richtung Exerzierplatz unterwegs ist, verzweifelt manchmal. Die Deliusstraße kann mit dem Rad kaum sicher überquert werden. Der Ortsbeirat hatte daher bereits im November 2015 einen Antrag an die Verwaltung gestellt, den Bereich neu zu gestalten.

Nun, ziemlich genau drei Jahre später, liegen nun die Pläne der Verwaltung vor. Der Fahrradweg wird verbreitert und begradigt, die Fahrbahndecke auf beiden Seiten erneuert und eine Querungshilfe über den Schützenwall errichtet.

https://ratsinfo.kiel.de/bi/___tmp/tmp/45081036829553620/829553620/00683242/42-Anlagen/01/2018-12-14_PLA_Schuetzenwall_DINA4.pdf

Leider müssen für den Bau des Radwegs einige Bäume fallen, etwas, was wir als Ortsbeirat immer bedauern. Drei Bäume können direkt vor Ort ersetzt werden, als Ortsbeirat schlagen wir vor, die anderen Bäume möglichst in der direkten Umgebung zu ersetzen. Wir schlagen den Grünstreifen in der Hermann-Weigmann-Str., sowie die Grünfläche vor dem Milchinstitut vor.

Die Maßnahme wird rund 600.000 € kosten. Wenn der Bauausschuss im Januar zustimmt, wird der Fahrradweg schon 2019 fertiggestellt.

Für den Bau des Fahrradweges werden acht PKW-Stellplätze verschwinden. Die Anfahrt zu den Gerichten ist dadurch nicht gefährdet. Das Parkhaus Deliusstraße bietet ausreichend Parkraum, 250 Stellplätze – dazu ist der Exerzierplatz fußläufig zu erreichen. Und was viel wichtiger ist: Die Anreise mit dem Rad wird jezt angenehmer und sicherer.

Beitragsbild: TH. Korr, Gerichtshaus Kiel, CC BY 3.0