Das Fahrrad sicher abstellen

Die Stadt Kiel hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil des Radverkehrs von 17% auf 25% zu erhöhen – bis 2025. Leider hat sich der Anteil in den letzten Jahren nicht erhöht. Daher versuchen wir an verschiedenen Stellen, den Radverkehr zu fördern, sei es durch große Projekte, wie die Veloroute 10, die Aufwertung von bestehenden Fahrradwegen, wie etwa am Schützenwall oder an der Hamburger Chaussee, oder neue Fahrradwege, wie am Kronshagener Weg.

Zum Radfahren gehören aber nicht nur bequeme und sichere Wege, sondern auch sichere Abstellmöglichkeiten. In der Kategorie „Fahrraddiebstahl“ des ADFC-Klimatest bekommt Kiel nur eine „4,9“ und verbessert sich damit nur minimal zu 2016. Durch die „Einsatzgruppe-Speiche“ der Polizei ist die Zahl der Fahrraddiebstähle zwar bereits zurückgegangen, trotzdem müssen wir hier mehr erreichen.

Auch in der Kategorie „Abstellmöglichkeiten“ erhält Kiel nur eine 3,4 – trotz des Kieler Umsteigers. Zwar ist Kiel damit deutlich besser als viele andere Städte (die Durchschnittsnote der vergleichbaren Städte liegt bei 4,0), trotzdem wollen wir mehr.

Unser Versprechen aus dem Wahlkampf – wir setzen es um.

Auf Antrag der Rathauskooperation (SPD, Grüne, FDP) und mit Zustimmung von CDU und AfD (und bei Enthaltung der Linken) hat die kommunale Selbstverwaltung die Stadt aufgefordert, mehr hochwertige Abstellmöglichkeiten für Fahrräder zu schaffen. Dabei sollen nicht nur einfach mehr Fahrradbügel gesetzt werden, sondern die entstehenden Mobilitätsstationen durch hochwerige Abstellmöglichkeiten ergänzt werden – d.h. Fahrradparkhäuser und überdachte Fahrradbügel. Ziel ist es, dass nicht nur die Stadt, sondern auch die Kieler Unternehmen und Verbände mehr Abstellmöglichkeiten schaffen – und damit den Menschen das Umsteigen erleichtern.

Ein Fahrradweg für die Hamburger Chaussee

Wer mit dem Rad die Hamburger Chaussee stadtauswärts Richtung Theodor-Heuss-Ring fährt, darf zurzeit noch ein Überbleibsel überkommener Radwegförderung bewundern: Ein auf den Fußgängerweg gemalter schmaler Streifen, der ein Fahrradweg darstellen soll.

Die Hamburger Chaussee – nicht nur bei Regen für Radfahrer ein gefährliches Pflaster.
Foto: Julie Stelz

Im Rahmen der Luftreinhaltemaßnahmen für den Theodor-Heuss-Ring wird nun auf unseren Vorschlag auch der Fahrradweg an der Hamburger Chaussee (Fahrtrichtung stadtauswärts) überarbeitet. Und das ist auch bitter nötig! Zwar dürfen die Radfahrerinnen und Radfahrer zurzeit die Straße nutzen, nur ist das auf der Hamburger Chaussee nicht immer eine Freunde. Und gerade wenn nun noch mehr PKW-Verkehr auf der Hamburger Chaussee unterwegs ist, ist es wichtig, die Radfahrerinnen und Radfahrer zu schützen.

Der neue Fahrradweg wird an dieser Stelle eine Breite von zwei Metern erhalten. Daneben wird es einen Sicherheitsabstand von mindestens dreißig Zentimetern zu den parkenden Autos geben. Ausreichend Platz also, um sicher mit dem Rad zu fahren. Und wer trotzdem lieber auf der Straße fährt, darf das weiterhin tun!

Wann geht’s los?

Das Fahrradforum hat die Baumaßnahme im Januar vorgestellt bekommen und einhellig begrüßt. Die Bauarbeiten sollen noch dieses Jahr begonnen und soll Ende der Sommerferien fertig sein. Bereits im Herbst 2019 wird es auf der Hamburger Chaussee also sicherer und angenehmer für die Radfahrerinnen und Radfahrer.

Ein Fahrradstreifen für den Kronshagener Weg

Am Kronshagener Weg zwischen Metzstraße und Chemnitzstraße fehlt ein Fahrradweg – die Radfahrerinnen und Radfahrer haben nur die Möglichkeit auf die Straße oder den Fußgängerweg zu fahren. Daher haben wir als Stadtteil SPD darauf gedrungen, dass dort endlich nachgebessert wird. Auch bei unserer Aktion www.radverkehr-verbessern.de wurde diese Stelle mehrfach kritisiert.

Unsere Forderung aus dem Kommunalwahlkampf – nun wird sie umgesetzt.
Foto: Julie Stelz

Das Tiefbauamt hat dem Fahrradforum nun Pläne vorgelegt, wie der Radverkehr am Kronshagener Weg (stadteinwärts) gestaltet wird. Zwischen Metzstraße und Chemnitzstraße wird eine PKW-Spur zu einer Fahrradstreifen: Das heißt, fast 2,5 Meter für den Radverkehr – genug Platz, um sicher auf der Straße zu fahren.

Das Tiefbauamt bleibt mit seinen Planungen an dieser Stelle aber nicht stehen. So wird auch der Fahrradstreifen zwischen Chemnitzstraße und Hasseldieksdammer Weg verbreitert. Im Ergebnis werdem auf der ganzen Strecke zwischen Metzstraße und Hasseldieksdammer Weg mindestens zwei Meter Platz für Radfahrerinnen und Radfahrer sein.

Und damit die Radfahrerinnen und Radfahrer den Weg auch wirklich nutzen können, wird auch der Abschnitt zwischen Westring und Chemnitzstraße aufgebessert und den Radfahrerinnen und Radfahrern mehr Platz gewährt. Noch dieses Jahr wird diese Maßnahme umgesetzt werden.

Wie geht’s weiter?

Reicht das aus? Ich glaube nicht! In einem nächsten Schritt muss der Fahrradstreifen stadtauswärts ebenfalls verbreitert werden. Zwar gibt es dort einen Fahrradstreifen, doch ist dieser viel zu schmal.

Auch am Kronshagener Weg zwischen Hasseldieksdammer Weg und Exerzierplatz gibt es Nachholbedarf. Im Ortsbeirat werden wir uns dafür stark machen, dass auch hier genügend Platz ist.

Viele Radfahrerinnen und Radfahrer fahren ungern auf der Straße. Und wenn man sieht, wie einige Menschen Auto fahren, ist das verständlich. Darum braucht es breite Fahrradstreifen – weniger als zwei Meter sollen es nirgendwo mehr sein, besser mehr. Und wir müssen überall wo Rad und Auto sich die Straße teilen, Tempo 30 einführen. Auch das haben wir im Fahrradforum vorgeschlagen. Leider ermöglicht das Bundesrecht dies nicht. Darum muss die Straßenverkehrsordnung endlich überarbeitet werden, damit wir Rad- und Fußverkehr schützen können – dafür werde ich mich weiter einsetzen.

Ein neuer Radweg für den Schützenwall

Wer mit dem Rad auf dem Schützenwall Richtung Exerzierplatz unterwegs ist, verzweifelt manchmal. Die Deliusstraße kann mit dem Rad kaum sicher überquert werden. Der Ortsbeirat hatte daher bereits im November 2015 einen Antrag an die Verwaltung gestellt, den Bereich neu zu gestalten.

Nun, ziemlich genau drei Jahre später, liegen nun die Pläne der Verwaltung vor. Der Fahrradweg wird verbreitert und begradigt, die Fahrbahndecke auf beiden Seiten erneuert und eine Querungshilfe über den Schützenwall errichtet.

https://ratsinfo.kiel.de/bi/___tmp/tmp/45081036829553620/829553620/00683242/42-Anlagen/01/2018-12-14_PLA_Schuetzenwall_DINA4.pdf

Leider müssen für den Bau des Radwegs einige Bäume fallen, etwas, was wir als Ortsbeirat immer bedauern. Drei Bäume können direkt vor Ort ersetzt werden, als Ortsbeirat schlagen wir vor, die anderen Bäume möglichst in der direkten Umgebung zu ersetzen. Wir schlagen den Grünstreifen in der Hermann-Weigmann-Str., sowie die Grünfläche vor dem Milchinstitut vor.

Die Maßnahme wird rund 600.000 € kosten. Wenn der Bauausschuss im Januar zustimmt, wird der Fahrradweg schon 2019 fertiggestellt.

Für den Bau des Fahrradweges werden acht PKW-Stellplätze verschwinden. Die Anfahrt zu den Gerichten ist dadurch nicht gefährdet. Das Parkhaus Deliusstraße bietet ausreichend Parkraum, 250 Stellplätze – dazu ist der Exerzierplatz fußläufig zu erreichen. Und was viel wichtiger ist: Die Anreise mit dem Rad wird jezt angenehmer und sicherer.

Beitragsbild: TH. Korr, Gerichtshaus Kiel, CC BY 3.0